Die Venus

Astronomisch gesehen ist die Venus als Abend - oder Morgenstern eine der auffälligsten und schönsten Erscheinungen am Himmel. Sie ist der Planet, welcher der Sonne am zweitnächsten ist und ihre Bahn noch innerhalb der Erdbahn hat. Daher ist sie niemals weiter als 48° von der Sonne entfernt. Sie gehörte schon in der Zeit der Anfänge von Astronomie und Astrologie zu den meistbeachteten Himmelskörpern. Zusammen mit Sonne und Mond bildet sie die am Himmel vorgezeichnete "Trinität" und strahlt fast ebenso hell wie die Mondsichel, wenn sie mit ihr zusammensteht: So bedeutete die Venus oft das weibliche Prinzip neben der strahlenden Yangkraft der Sonne: der Mond stellte dann in seiner offensichtlichen Veränderlichkeit und seiner Position unter der Venus als Himmelskönigin und göttlichen Mutter das Kind dar.

Das Symbol der Venus enthält den Kreis, das Signum des Geistes (Yang) über dem Zeichen für die irdische Realität, dem Kreuz: Der Geist regiert die Materie; das Empfinden offenbart sich in der Realität, die Schönheit im Stoff.

Der große Astrologe und Astronom Johannes Kepler sagte über die Venus: "Bestünde dieses Urbild nicht, so könnte weder von Harmonie gesprochen werden, noch könnte jemals Harmonie die Seele erregen und bewegen." Die Venus stellt also unser inneres Harmonie- und Ergänzungsstreben dar. Sie bedeutet Themen wie Liebe, Kunst, Ästhetik: Verbindung und Ausdruck. Venus sucht das passende Gegenüber, als Partner/in, in Fragen der Kleidung, des Geschmacks oder der Umgangsformen oder eben auch im künstlerischen Ausdruck. Venus ist auch das Prinzip der Erotik: Wo "es nicht zusammenstimmt" auf den vielen verschiedenen menschlichen Ebenen, kommt auch erotisch nichts "in Fluss". Am Beispiel der ersten Erlebnisse von Zärtlichkeit im menschlichen Leben an der Mutterbrust wird auch der Bezug der Venus zur Ernährung deutlich. So zeigt die Venusstellung im Horoskop also unser inneres Harmonie- und Beziehungsstreben, unsere damit verbundenen Wünsche und auch unsere eigene Beziehungsfähigkeit an. Da die Venus das Beziehungsprinzip schlechthin ist, weisen Venusprobleme immer auf die Frage nach dem Selbstwert, dem Eigenwert als unabhängiges Individuum hin: Hier muss also gelernt werden, sich auch allein als eigenständiges Individuum vollwertig zu fühlen.

Die Gottheit Venus oder Aphrodite war im Altertum das Prinzip der weiblichen Schönheit, der Liebe. Aphrodite, gegen ihren Willen mit dem hässlichen Hephaistos verheiratet, hatte diverse außereheliche Abenteuer, da sie nur dem Lustprinzip folgte. Mit Ares /Mars zeugte sie u. a. Eros/Amor, den Gott der Verliebtheit mit seinen Pfeilen.

Talisman der Venus ist der Smaragd oder ein in Kupfer gefasster Türkis.

Biologische Entsprechungen: Hals, Nacken, Mund, Schilddrüse, Venen und venöser Blutkreislauf, Nieren, Bindegewebe

Partnerschaftliche Entsprechung: Die weibliche, lockende, verführende Erotik, welche den Mars durch ihr Spiel von Gewähren oder Versagen reizt und auch "erzieht". Beim Mann ist Venus natürlich das wichtigste erotische Animasymbol.

Astrologische Entsprechungen; Tierkreiszeichen Waage und Stier, das zweite und siebte Haus.