Der Pluto

Astronomisch ist am Pluto u.a. bemerkenswert, dass er der aüßerste der bisher entdeckten Planeten ist und eine dementsprechend lange Umlaufzeit um die Sonne hat (ca.248 Jahre). Zudem ist seine Bahn extrem exzentrisch, so dass er, obwohl an sich der äußerste Planet, einen Teil seiner Bahn noch innerhalb der Neptunbahn hat, noch dazu den Abschnitt, der im Plutozeichen Skorpion liegt (bedeutsam in der astrologischen Interpretation). Außerdem weicht die Ebene der Plutobahn relativ stark von der Ekliptik ab, so dass z. B. bei sehr genauer Ermittlung der Stellung sich Abwichungen ergeben können, da die "normale" Position immer eine Projektion auf die Ekliptik darstellt- (vgl. Kurs Berechnen und Zeichnen des Horoskops. Für die Interpretation bedeutsam sind z. B. folgende historische Entsprechung der Entdeckung und öffentlichen Bekanntmachung des Pluto: die Zahl 13.03.1930), welche über kulturhistorische und astrologische Bezüge (13 Mondmonate im Jahr) schon das Thema verdrängte Weiblichkeit andeutet. Ferner sind Bezüge zur Entdeckung der Atomenergie sowie zu politischen Entsprechungen des Themas Macht und Ohnmacht deutlich: Erstarken des Nationalsozialismus in Deutschland sowie gleichzeitig der gewaltlosen Bewegung für Freiheit von der Kolonialmacht England in Indien. Die jeweils prägenden Persönlichkeiten, Hitler und Gandhi, haben bezeichnenderweise starke Plutothemen in ihren Horoskopen und zeigen gewissermaßen zwei Pole der Plutoentsprechung auf.Für Pluto werden in der Astrologie mehrere Symbole gebraucht, die- abgesehen von der einfallslosen Buchstabenabkürzung PL- auf die Verschmelzung von Yin und Yang hinweisen, damit auf die Urenergie und totale Kraft zur ständigen Transformation, welche Pluto verkörpert. Der im Kreis eingeschlossene Halbmond stellt das "im Geist eingeschlossene (und damit vom Konzept, von der Vorstellung unterdrückte) Gefühl" dar. Das oben angegebene gebräuchlichste Symbol zeigt über der Schale des Halbkreises Gefühl die Kreisscheibe des Yang. Das Kreuz symbolisiert immer den Bezug zum Irdischen. Pluto ist also ein Symbol der Verschmelzung des Yang und des Yin im Irdischen. Er steht für die Themen des Dunklen, Abgründigen, für das Verdrängte allgemein, welches mit Macht nach Integration drängt und, wird es zurückgewiesen, sich dennoch in verzerrter Form (der Teufel) Eingang verschafft. "Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft", sagt Mephisto bei Goethe. Das Gute, was Pluto schafft, ist die ständige Transformation im Stirb- und Werde- Prozess und damit die Freisetzung von Urenergie. Natürlich erscheint dieser Prozess für das persönliche Ego und alle seine Ebenen zunächst schlechthin Existenz bedrohend. Deshalb stellt Pluto wohl diejenige Energie dar, welche auf der gegenwärtigen Entwicklungsstufe der Menschheit am schwersten bewusst zu integrieren ist. Plutothemen im Horoskop stellen also immer Erfahrungen von existentieller Bedrohung und Herausforderung da, welche entweder zu Lähmungen durch Ängste und/oder Schuldgefühle führen, die in ihrer Tiefe und Intensität solche saturnischer Art weit übertreffen, oder aber zu einer positiveren Annäherung an das Thema. Sei es in Form eigener Machtimpulse oder- als höchste Entsprechung- zu großer Begabung für Tiefenpsychologie und Heilungsprozesse oder auch zu Engagement in der Öffentlichkeit, etwa politisch, für übergeordnete, dem Wohle der Allgemeinheit dienende Ziele. Hier wird deutlich, was für Pluto noch mehr als für die anderen überpersönlichen Planeten gilt: Diesen Energien kann (und darf) das Ego nur dienen, der Versuch, sich diese Kräfte egoistisch zu Nutze zu machen ("Der Schwarzmagier"...Beispiel Hitler), ist kosmisch gesehen die Garantie für die schließliche völlige Zerstörung des Ego, Nur wenn das zuvor in sich selbst und durch Akzeptieren von Saturn gefestigte Ego sich in den Dienst übergreifender Ziele im Sinne des Kosmos stellt, kann sich die alles verwandelnde und heilende Energie von Pluto zum Wohle des Ganzen manifestieren (Beispiel Gandhi oder begabte heiler und Therapeuten).Mythologische EntsprechungenNeben der Figur des "Teufels" im abendländisch-christlichen Raum, welche aber- wichtig!!!- nur die verzerrte, pervertierte Form der Plutoenergie darstellt, ist hier eben die griechische Gottheit Hades zu nennen. Hades, der Bruder von Zeus-Jupiter und Poseidon_Neptun, erhielt bei der Teilung der Herrschaft als Domäne die Unterwelt, das Reich der Toten. Er war also für den Tod zuständig und wachte eifersüchtig darüber, dass seine Rechte nicht beschnitten wurden. Wenn er auf Erden umging, war er dank seiner Tarnkappe unsichtbar. Als er die schöne Kore, Tochter der Erdgöttin Demeter, begehrte, raubte er sie kurzerhand.

Die Menschen im alten Griechenland, obwohl wissend, dass diese Energie zum Leben genauso dazugehört wie alle anderen, scheuten sich, seinen Namen auszusprechen und nannten ihn vorsichtig-ehrfürchtig "Pluton", was "der Reiche" bedeutet, da Hades in einer Unterwelt natürlich unermessliche Schätze hortete.

Biologische Entsprechungen: Die Unterleibsregion, speziell die Ausscheidungs- und Geschlechtsorgane. Verborgene Entzündungsprozesse, krebs. Heilenergien.

Astrologische Entsprechungen: Tierkreiszeichen Skorpion, das achte Haus.